Schafwolle

Schafwolle zählt zu den ältesten Spinnmaterialien der Welt und Wollfilz ist die älteste Stoffart überhaupt.

Die Schafe werden ein- oder zweimal im Jahr mit Hilfe von Schermaschinen geschoren. Beim Scheren soll das ganze Vlies zusammenbleiben. Die Feinheit und damit die Qualität der Wolle eines Vlieses sind an den verschiedenen Körperpartien unterschiedlich. Die beste Wolle gewinnt man von den Schulterpartien und den Flanken, dann folgen Rücken, Hals und Keule. Die Bauchwolle ist durch das Liegen oft stark verfilzt. Nach der Schur werden die Vliese so zerteilt, dass die Wollen nach Qualität sortiert werden.

Der Fettgehalt der Wollhaares kann sogar ein Qualitätszeichen sein, denn von der Fettbildung in den Hautdrüsen, die die Haarwurzeln umgehen, hängt die Güte und Gleichmäßigkeit der Wolle ab. Um das Transportgewicht zu verringern, entfernt man einen Teil der Verunreinigungen (Kot, Kletten, Dornen, Holzstücken usw.) bereits vor dem Versand. Da der Wollschweiß der beste Schutz gegen das Seewasser beim Transport ist, und Schweißwolle praktisch unbegrenzt lagerfähig bleibt, verschifft man einen großen Teil der überseeischen Wolle mit einem Restgehalt an Schweiß und Wollfett.

In Verarbeitungsland folgt dann die Fabrikwäsche, die der Wolle nur noch einen Restfettgehalt von 0,5 bis 1% belässt, der die Wolle schützt, geschmeidig hält und vor der Versprödung bewahrt.

Die Wollfasern werden bei der Weiterverarbeitung nach dem Kammgarnspinnverfahren zu glatten, feinen oder gröberen, voluminösen Garnen versponnen. Die Oberfläche der Wollfaser wird von dachziegelartigen Schuppen gebildet, die von einem hauchdünnen Häutchen überzogen sind. Dieses Häutchen macht die Wolle zu einer der glattesten Spinnfasern. Das Innere des Haares besteht aus zwei verschiedenen Arten von Zellen. Diese leicht verzwirnten Hälften verhalten sich Feuchtigkeit gegenüber unterschiedlich, denn die eine Zellart quillt stärker als die andere und da beide fest miteinander verbunden sind, sind sie ständig in Bewegung. Diese Besonderheit verleiht der Wolle zum einen ihre Elastizität, zum anderen einen natürlichen Selbstreinigungseffekt. Die feinen Schüppchen an der Faseroberfläche massieren sanft die Haut und regen die Durchblutung an. Wolle ist temperaturausgleichend und besonders atmungsaktiv. Sie kann mehr als ein Drittel ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen und kühlt auch im feuchten Zustand nicht aus.

Eigenschaften der Wolle

  1. Dehnbarkeit und Elastizität, so gut wie knitterfrei.
  2. Hohe Schmiegsamkeit
  3. Verformbarkeit unter Wärme, Feuchtigkeit und Druck
  4. Wolle vermag Feuchtigkeit aufzunehmen, ohne sich nass anzufühlen
  5. Wolle ist nicht schmutzanfällig
  6. Hohes Wärmerückhaltevermögen
  7. Die Filzkraft der Wolle - durch Wärme, Feuchtigkeit und starke Bewegung der Fasern wird Walk und Wollfilz hergestellt
  8. Dauerhafte Kräuselung, je stärker gekräuselt und deshalb glanzarm, desto kürzer und feiner ist die Wolle; schlicht gekräuselte Wolle glänzt stärker.
  9. Geringe Reißfestigkeit im feuchten Zustand
  10. Unempfindlichkeit gegen Säuren - Empfindlichkeit gegen Laugen
  11. Wolle ist besonders anfällig gegen Mottenfraß
  12. Wolle ist schwer entflammbar

Besondere Schafwoll-Sorten:

Lammwolle (Lambswool): Sehr feine und weiche Schurwolle- die Erstschur von Lämmchen unter einem halben Jahr.

Geelong-Lammwolle: Wolle von Lämmern aus der Gegend von Geelong, südwestlich von Melbourne, im australischen Bundesstaat Victoria. Der besonders weiche Griff dieser Wolle entwickelt sich erst nach 3 bis 4 Wäschen. Die hier herstammende Schafrasse liefert eine Wolle, die als eine der hochwertigsten der Welt bezeichnet wird.

Merinowolle: Die Wolle des Merinoschafes ist die Feinste. Bis ins Mittelalter war die Merinoschafzucht den vornehmsten Höfen Europas vorbehalten. Ihre Wolle durfte nur zu königlichen Tuchen verarbeitet werden. In Spanien stand die Ausfuhr von Merinos sogar unter Todesstrafe. Nur die Herrscher selbst schenkten zu besonderen Anlässen einem anderen Landesfürsten eines ihrer wertvollsten Tiere. Im 18. Jahrhundert gelang es jedoch einem mutigen Seefahrer, die ersten Schafe von England nach Australien zu schmuggeln.

CapeLine Merinowolle: Für die CapeLine Wollqualität werden nur feinste Merinowollen aus Südafrika verwendet. Die Schafe werden ausdrücklich nicht der schmerzhaften "Mulesing"-Prozedur unterzogen. CapeLine Modelle sind maschinenwaschbar, pillingarm und weisen alle positiven Trageeigenschaften der Wolle auf - weich, natürlich temperaturausgleichend und selbst leicht feucht noch warm. Sie sind besonders langlebig und ein Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Natur.