Baumwolle vs. Bio-Baumwolle

Baumwolle ist die beliebteste Naturfaser und nach wie vor der auf der Welt mit Abstand am meisten verarbeitete Textilrohstoff. Doch wo genau liegen die Unterschiede zwischen Baumwolle und Bio-Baumwolle. Lohnt sich der höhere Preis für Textilien aus Bio-Baumwolle wirklich?

Einer unserer Produzenten aus der Türkei stellt Jeans aus konventioneller Baumwolle und Bio-Baumwolle her. Ihn haben wir zu den Unterschieden befragt und seine Antworten haben uns sprachlos gemacht.

Wer ist wirklich schuld am hohen Wasserverbrauch. Die Baumwolle oder der Mensch?

Baumwolle ist einerseits die beliebteste Naturfaser in der Textilindustrie, hat auf der anderen Seite aber mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Es wird zum Beispiel immer wieder behauptet, dass für den Anbau der Baumwolle enorm viel Wasser gebraucht wird. Das stimmt aber so gar nicht! Hier machen sich die Unterschiede zwischen konventionell angebauter Baumwolle und Bio-Baumwolle direkt bemerkbar.

Bei den konventionellen Anbei geht es um Geld. Es muss möglich viel Baumwolle in möglichst kurzer Zeit angebaut werden. Wie erreicht man das? Natürlich indem man die Pflanzen mit Chemie düngt. Das kennt jeder aus seinem eigenen Garten oder Balkon. Da die Baumwolle aber meistens in trockenen Gebieten angebaut wird, kommt der Dünger nicht ohne Hilfe an die Wurzeln der Baumwollpflanze. Hier kommt das viele Wasser zum Einsatz. Die Pflanzen werden mit viel Wasser gegossen, nur um den Dünger in den Boden zu bekommen damit sie schneller wächst. So kann 2-3x anstatt nur 1x pro Saison geerntet werden. Ihr denkt das war’s schon mit dem Wasserverbrauch? Nein! Bei der Verarbeitung der Baumwolle in der Produktion geht es weiter. Die giftigen Dünger müssen aus der Baumwolle raus – natürlich mit Wasser. Die Baumwolle wird also wieder und wieder gewaschen und gesäubert. Doch auch das war es noch nicht. Damit unsere Jeanshosen die stylischen Waschungen haben, müssen die Jeans gebleicht werden. Diese Bleiche ist aber gar nicht gut für unsere Haut, weswegen die Jeans nochmal gründlich gewaschen werden muss, bis die meisten Chlor-Rückstände entfernt wurden. Durch diese ganzen Verfahren, die nur nötig sind, weil Chemie angewendet wird, landen wir am Ende bei ca. 8000l Wasser für nur eine Jeans.

 

Verwendet man hingegen Bio-Baumwolle sind keine Chemikalien erlaubt. Das erspart den Menschen und der Pflanze sehr viel Chemie und Wasser. Die Baumwolle braucht nämlich kaum Wasser. Eventuell wenn es in Europa im Frühling noch zu frisch ist ein paar Tropfen, aber mehr nicht. Die Pflanze wächst und gedeiht ganz natürlich ohne Wasser. Sie braucht dazu keine Unterstützung des Menschen. Die geerntete Baumwolle muss auch nicht gewaschen werden, sondern kann direkt verarbeitet werden. Bei der Verarbeitung wird dann trotzdem Wasser gebracht. Je nach Waschung der Jeans mehr oder weniger. Im Durchschnitt aber maximal ein Glas Wasser pro Jeans, also max. 250 ml.

Wer jetzt noch konventionelle Jeans kauft ist selber schuld!
Natürlich sind Jeans aus Bio-Baumwolle etwas teurer, aber ganz ehrlich: Wer will nach diesem Wissen noch für diesen unnötigen Wasserverbrauch und Umweltverschmutzung verantwortlich sein?